• Schelztor GymnasiumEsslingen am Neckar
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    Leben und Lernen
    entfachen

Latein

Fachlehrerin und Fachlehrer:
Herr Frank, Frau Schmidt

„Man könnte Latein etwas modisch, aber zutreffend als 'Multifunktionsfach‘ bezeichnen. Der Lateinunterricht bündelt die Vermittlung von Kenntnissen, Kompetenzen und Qualifikationen auf unterschiedlichen Gebieten. Wegen dieser Vielseitigkeit steht er im schulischen Fächerkanon einzigartig da. Es ist nicht nur in sprachlicher Hinsicht ein Basisfach.“
Karl-Wilhelm Weeber

Das Fach Latein besitzt am Schelztor-Gymnasium einen hohen Stellenwert als Grundlagensprache im Fächerkanon der Fremdsprachen sowie als Fachsprache für die Naturwissenschaften. Als zweite Fremdsprache wird Latein ab Klasse 6 in Gruppen mit ca. 25 Schülerinnen und Schülern unterrichtet.

Unser neues Lehrbuch PONTES ermöglicht mit seinen altersgerechten, lebensnahen Texten den Schülerinnen und Schülern eine spannende Begegnung mit der Antike und unterstützt durch eine Vielzahl von abwechslungsreichem Üb- und Begleitmaterial unseren modernen Lateinunterricht.

Die Bedeutung des Faches zeigt sich auch in der Kontinuität, mit der bis in die Gegenwart Lateinkurse zum Abitur geführt werden. So gibt es fast immer in den Jahrgangsstufen 11 und 12 jeweils einen vierstündigen Lateinkurs.

Ein wichtiges Element unseres lebendigen Lateinunterrichts bilden die Exkursionen, in denen Latein vor Ort erlebt werden kann. Wir besuchen die Villa rustica in Hechingen-Stein, das Römerkastell in Köngen, die römische Stadt Sumelocenna(Rottenburg), das Limesmuseum in Aalen und erkunden in Klasse 9 in einer mehrtägigen Exkursion die antike Großstadt Augusta Treverorum (Trier). In der Oberstufe gehören Studienfahrten nach Rom und Sorrent zu unserem Angebot.

 

Latein – ein Multifunktionsfach

  • Solides Wissen über Sprache allgemein

Latein hat im Bereich der Sprachen im Vergleich zu allen modernen Fremdsprachen einen entscheidenden Vorteil: es ist ein in sich abgeschlossenes System von fester Regelhaftigkeit und Verlässlichkeit und vermittelt dadurch den Schülerinnen und Schülern große Sicherheit, ohne dass diese Sprache von Rechtschreib- oder Ausspracheschwierigkeiten belastet wäre. Gleichzeitig bietet Latein eine Basisschulung in Grammatik überhaupt. Wohl kein anderes Schulfach kann einem Kind sinnfälliger vermitteln, wie Sprache allgemein funktioniert, als Latein.

  • Latein ist überall drin: leichteres Erlernen moderner Fremdsprachen

Latein bildet dabei eine wichtige Grundlage für das spätere Erlernen von Spanisch als dritter Fremdsprache, das vom Lateinischen in direkter Linie abstammt ebenso wie die anderen romanischen Sprachen (Italienisch, Französisch, Portugiesisch, Rumänisch). Im Englischen ist die Hälfte aller Wörter lateinstämmig und sogar im Deutschen gehen zahllose Wörter aufs Lateinische zurück.

  •  Erweiterung des Wortschatzes und der Ausdrucksfähigkeit im Deutschen

Oft gibt es viele deutsche Bedeutungen für ein lateinisches Wort. Welche die passendste ist, muss man aus dem Zusammenhang ermitteln. Diese Art des Übersetzens ist ein Training in der deutschen Muttersprache. Wortschatz und Ausdrucksfähigkeit der Schülerinnen und Schüler erweitern sich auf diese Weise.

  • Überfachliche Schlüsselqualifikationen

Von Anfang an werden im Lateinunterricht nahezu alle Prozesse trainiert, die für das wissenschaftliche Denken kennzeichnend sind (Zusammenhänge erfassen, Analogieschlüsse ziehen, problemlösendes Denken). Kein Schulfach kann in diesem Punkt Latein ersetzen; es leistet einen hervorragenden Beitrag zur Förderung der Studierfähigkeit. Dass dabei auch Stetigkeit, Ordnung, Geduld, Genauigkeit und Konzentration gefördert werden, darf nicht unerwähnt bleiben.

Außerdem ist Latein immer noch unerlässliche Grundlage für zahlreiche Studiengänge.

  • Latein vermittelt Bildung

Die Römer haben in der Antike Europa beherrscht und geprägt.  Daher ist das heutige Europa erbaut auf den Errungenschaften der Antike. Die lateinische Literatur (Cicero, Ovid, Vergil, Seneca u.a.) liefert zu allen Zeiten Vorlagen für Schriftsteller, Künstler, Komponisten und Philosophen. Die Fachbegriffe in der Mathematik, den Naturwissenschaften und der Medizin stammen aus dem Lateinischen, denn Latein ist schon immer und bis heute die Sprache der Wissenschaft.

Das römische Recht ist Grundlage aller modernen Rechtsordnungen und die römische res publica (Republik) beispielhaft für die Verfassungen heutiger Staaten, deren  Begrifflichkeiten, aber auch Inhalte.

Das Lateinbuch kann man als „Lehrbuch Europas“ bezeichnen, da Europas geistige Tradition nicht ohne die Beschäftigung mit der Kultur der Antike zu verstehen ist.

Latein ist nicht nur ein Sprach-, sondern auch ein Sachfach. Wie verdienten die Römer ihren Lebensunterhalt? Wie verbrachten sie ihre Freizeit? Wie funktionierte die römische Politik, die ein Weltreich lenkte? Gingen römische Kinder in eine Schule? Welche Stellung hatten Mädchen und Frauen in der Gesellschaft? Wie sind die großen Bauwerke (Aquädukte, Thermen, Theater) entstanden? Was ist eigentlich der Sinn des Lebens? Alle diese Fragen und noch viele mehr haben ihren Platz im Lateinunterricht.