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Opa Harry lässt grüßen

„Wir sind eine perfekte Familie, - wenn auch nur nach außen hin“

Dieses Motto machte sich auch der Literatur- und Theaterkurs unter der Leitung von Annette Bepperling für sein Stück „Opa Harry lässt grüßen“ am 8. Februar in der Aula des Schelztor-Gymnasiums zu eigen. Auf humoristische Weise behandelte der Theaterkurs das sonst von der Gesellschaft mit Samthandschuhen angefasste Thema „Tod“. Doch auch die unterschiedlichen Vorstellungen von der Bedeutung der Familie spielten eine Rolle. Samira H., die die Witwe des plötzlich verstorbenen Opa Harry spielte, fasste die „Message“ hinter dem Stück pointiert zusammen: ,,Keine Familie ist perfekt, auch wenn viele Familien gerne den Schein wahren wollen, überall gibt es Dinge, die nicht perfekt sind.“ Denn bei der hier dargestellten Familie Koch hängt der Haussegen schon lange schief. Dies offenbart sich dann beim zwangsläufigen Aufeinandertreffen der Angehörigen, von denen jeder seine eigene Geschichte zu erzählen hat. Nach und nach kommen die Familiengeheimnisse und Intrigen ans Licht, - die Tragikomödie entfaltet sich auf dynamische Weise: Die zahlreich erschienenen Zuschauer mussten gelegentlich ihre Köpfe drehen, als einzelne Charaktere ganz selbstverständlich durch die Aula marschierten; sobald ein Darsteller die Bühne verließ, schien ein anderes Mitglied der Familie dazu bestimmt, in das schlichte, aber authentische Bühnenbild zu treten. Zweifelsohne war die raffiniert ausgeklügelte Choreographie der Grund, wieso beim Publikum ein Gefühl des Mitteilhabens entstand. Durch überraschenden Körpereinsatz flogen nicht nur Tische und Stühle, auch die hervorragende Gestik und Mimik der Akteure konnte überzeugen. Das eigentlich sehr ernste Thema mit gesellschaftskritischen Aspekten wurde auf urkomische, satirische Weise entfaltet. Eines ist klar: An Action fehlte es in der an die britische Komödie ,,Sterben für Anfänger“ angelehnten Inszenierung nicht. Das fand auch großen Anklang beim Publikum, kaum ein Moment verging, in dem der Saal nicht mit Gelächter erfüllt war. Doch wie funktioniert das Wechselspiel mit dem oft umgangenen Thema „Tod“? ,,Dies ist ein heikles Thema, aber solange der Tote nicht im Mittelpunkt steht, ist eine Beerdigung ein wahnsinnig großes Konfliktfeld, was für eine Komödie optimal ist, da Familie aufeinander trifft, die für gewöhnlich nicht viel miteinander zu tun hat“, sagt Ludwig S., der durch seine souveräne Performance als Drogendealer den Stein ins Rollen brachte. Für Samira H. ist aber auch noch ein anderer Aspekt von großer Bedeutung, der beim mit Leidenschaft gespielten Theater immer als allgemeines Ziel erreicht werden sollte: ,,Die Gesellschaft ist in der Lage, sich selbst zu reflektieren, es wird einem oft ein Spiegel vorgehalten“. Mit Sicherheit ist es dem Literatur- und Theaterkurs mit Bravour gelungen, dies umzusetzen. In dieser unkonventionellen Inszenierung fand jeder seinen Platz: der  traditionsbewusster Arzt ohne Skrupel, der sich emanzipierende Steve, die musikalische Pfarrerin, der bestätigungsbedürftige Schriftsteller oder der rebellische Teenager und der hypochondrische Jerry, die erfolgreiche Katie und der unerwünschte Schwiegersohn auf Droge, denn in diesem Stück wurde nicht nur der Mensch, sondern auch das Theater zelebriert.

Von Karlotta N. und Anne K. (Kl. 11)

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